Research Chemicals oder: Drogen Prohibition ad absurdum

Eine neue Kampagne des sehr engagierten „sauber drauf“-Partydrogen-Aufklärungs- Info-Projekt mindzone (finanziert übrigens von der Caritas und dem bayerischen Gesundheitsministerium) befasst sich mit dem brandaktuellen Thema „Research Chemicals“.

Das sind quasi legale Drogen welche allerdings bei weiten stärker und schlimmer als die „bösen illegalen“ Drogen wirken können. Vorallem wenn die Konsumenten unerfahrene Jugendliche sind, welche an das Zeug („Badesalz“ und „Blumendünger“ bekannt aus Funk & Fernsehen durch übelster, reißerischer Berichterstattung im besten „Reefer Madness„-Angst-Lügen-Stil) einfacher als an Zigaretten aus dem Automaten kommen…

schönereWelt! dazu:

Früher auch Designer-Drogen genannt, erscheinen mittlerweile jedes Jahr hunderte neuer, legaler Molekularstrukturen welche quasi die gleiche oder ähnliche berauschende Wirkungen haben wie altbekannte, aber illegale Substanzen – Speed, Koks, Ecstasy per Post hübsch verpackt und gestyled als “Legal Highs” geliefert und bleiben nicht nachweisbar. Welchen Sinn soll das für die Volksgesundheit oder für die in jüngster Zeit so gerne vorgeschobene “Sicherheit im Straߟenverkehr” haben?

Seit tausenden von Jahre, seit es Menschen gibt, gibt es Rausch und Drogen. Alkohol macht leichter und schlimmer abhängig als Heroin, Cannabis tötet keine Menschen, am Tabak sterben täglich 300 Menschen! Erst seit 1926 gibt es “illegale Drogen” und seitdem sollen wir das Märchen vom Tod und Krieg gegen die Drogen glauben, während wir vor lauter (Drogen-)Angst um unsere Kinder auf Kosten der Krankenkassen und zugunsten der Pharmaindustrie chemische Beruhigungsmittel schlucken…

Das gute an der Sache ist das es nur zu offensichtlich die Absurdität unserer Drogen-Prohibition aufzeigt!

schönereWelt! gestaltete das begleitende Werbematerial.

Auch aus medizinischen Fachkreisen wird das bestätigt:

Diese Problematik wird durch das Marihuana-Verbot verschärft.  Als Ersatz für die verbotene Droge tauchen ständig neue Substanzen auf. In den Vordergrund rückt wieder ein altes Problem der Drogenpolitik in Deutschland. Unter die gesetzlichen Regelungen des BtMG fallen viele neuentwickelte Mittel nicht. Sie sollen aber eine Marihuana ähnliche Wirkung haben, man umgeht damit aber das bestehende Verbot. Dadurch kommen Mischungen auf den Markt, die in ihrer Wirkung vielfach verheerender auf die Gesundheit der Benutzer sind als beispielsweise Cannabis. Die steigende Anzahl von Jugendlichen, die in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen, ist ein Beleg dafür. Bisher wurde in dieser Richtung kaum Aufklärungsarbeit betrieben. Mit den sogenannten Kräutermischungen gehen viele Jugendliche relativ unbefangen um. Für sie völlig unvorbereitet geraten sie oft in äußerst gefährliche gesundheitliche Situationen.

Ebenso attestiert das von mir hochgeschätzte Telepolis Magazin die Hilflosigkeit des eingeschlagenen und von vielen Kreisen – nicht nur unserer Politik – als offensichtlich un-umkehrbaren Weges der deutschen Drogenpolitik:

Diese Problematik wird durch das Marihuana-Verbot verschärft.  Als Ersatz für die verbotene Droge tauchen ständig neue Substanzen auf. In den Vordergrund rückt wieder ein altes Problem der Drogenpolitik in Deutschland. Unter die gesetzlichen Regelungen des BtMG fallen viele neuentwickelte Mittel nicht. Sie sollen aber eine Marihuana ähnliche Wirkung haben, man umgeht damit aber das bestehende Verbot. Dadurch kommen Mischungen auf den Markt, die in ihrer Wirkung vielfach verheerender auf die Gesundheit der Benutzer sind als beispielsweise Cannabis. Die  steigende Anzahl von Jugendlichen, die in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen, ist ein Beleg dafür. Bisher wurde in dieser Richtung kaum Aufklärungsarbeit betrieben. Mit den sogenannten Kräutermischungen gehen viele Jugendliche relativ unbefangen um. Für sie völlig unvorbereitet geraten sie oft in äußerst gefährliche gesundheitliche Situationen.

Wer sich richtig aufregen möchte und die gesamten Hintergründe der letzten 90 Jahre – länger gibt es „illegale Drogen“ noch nicht, noch im Berlin der 20’er Jahre gab es Joints („Orientzigaretten“) am Kiosk und Kokain war allgegenwärtig und in allen gesellschaftlichen Schichten verbreitet – erfahren möchte, dem sei nochmals dieses nicht ganz idiologiefreie aber doch sehr objektive Buch von Mathias Bröckers “Die Drogenlüge” empfohlen.


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